LiteraTour 10:
Murten

Mit Beat Brechbühl zu den Ursprüngen des Kultromans «Kneuss»

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14 gefährliche Tage eines Lebenskünstlers in Murten

von Patrik Wülser

Karl der Kühne kam hoch zu Ross und verlor hier seinen Mut, die ersten Touristen gemäss Karl Baedeckers Handbuch für Reisende mit der elektrischen Bahn oder dem Dampfboot. Und Basil Kneuss sauste 1970 mit dem Citroën aus der nahen Bundesstadt heran. Eigentlich ist man heute von Bern aus fast schneller in Zürich als in Murten, doch wer sich vom Umsteigen nicht abschrecken lässt, erreicht die kleine trutzige Zähringerstadt bequem im Zug. Und wem das zu banal ist, der wählt den gemächlichen Weg über das Wasser und gelangt von Biel mit dem Schiff via Neuenburg in den Hafen des Hauptortes des freiburgischen Seebezirks. Unabhängig von der Art und Weise der Anreise erwarten den Spaziergänger hier viel Geranien, Sandstein, Reben und ein wunderbarer Ausblick auf den kleinsten Jurasee, den Mont Vully und den Chasseral. Eine liebliche Landschaft, in der man gerne ein Glas Weissen trinkt oder ein Stück des einheimischen Nidlechueche isst. Hier lässt es sich leben. Das sagte sich auch Basil Kneuss, als ihm ein Freund für ein paar Tage sein Häuschen am See anbot. Kneuss, 1.85 gross, 110 Kilo schwer, mit grossem Seehundschnauz und Dächlikappe. Von Beruf vowiegend das, was man so gängig unter einem Lebenskünstler versteht. Ein Mann, der das Haus seit einigen Jahren nicht mehr ohne einen Koffer namens Klemens verlässt und praktisch in jeder Schweizer Stadt eine Freundin hat...


Der Autor: Patrik Wülser, geboren 1964, ist Redaktor bei Schweizer Radio DRS. Er lebt in Bern.

Badehaus am Murtensee


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