LiteraTour 4:
Schwarzenegg - Süderen - Heimenschwand

Alexander Heimanns Dorfstudie «Die Glätterin»

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Wie eine Gemeinde Opfer der eigenen Landschaft wird

von Dominique Strebel

Als Alexander Heimann nach der Wanderung von Schwarzenegg nach Heimenschwand in Bern aus dem Zug steigt, wird er nicht verhaftet. Er geht unbehelligt an der Polizeikaserne vorbei nach Hause und bleibt ein freier Mann. Eigentlich ein Wunder.

Der Juli-Tag ist heiss. Thun liegt unter einer Dunstglocke tief unten im Aaretal. Autolärm ist nur noch aus weiter Ferne zu hören. Das Dorf Schwarzenegg ruht auf 920 Metern über Meer.
Die gelben Felder waren durchsetzt von rotem Mohn, dahinter verloren sich die langgestreckten Hügelzüge des Buchholterberges. Aber auf der andern Seite, hin zu den Bergen, deren Silhouetten sich im Hitzedunst abzeichneten drängten sich Wälder und Weiden zusammen, staute sich die Landschaft in immer steiler werdenden Kuppen und Buckeln, auf die eine weissglühende Sonne unbarmherzig herniederbrannte.

Die Kuppen und Buckel aus Heimanns Kriminalroman «Die Glätterin» haben Namen: Sigriswiler Grat, Sieben Hengste, Hohgant. Sie ragen mächtig hinter Schwarzenegg auf. Im Dorf verbreiten satte Emmentaler Bauernhäuser Gemütlichkeit. Vor den Fenstern blühen Geranien, und in der Sonne plägeren Bäris...


Der Autor: Dominique Strebel, geboren 1966, ist Redaktor bei plädoyer, dem Magazin für Recht und Politik, und freier Journalist. Er lebt in Zürich.

Bergkette Sieben Hengste


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