LiteraTour 7:
Meiringen - Reichenbachfälle - Rosenlaui

Vom vorübergehenden Tod des Sherlock Holmes in den Reichenbachfällen

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Wie die Riesenratten von Sumatra nach Meiringen kamen

von Margrit Sprecher

Die Warnung zuerst: Fast alles, was in Meiringen den Namen Sherlock Holmes trägt, wird zur Enttäuschung. Wie eine zu Beton gewordene Drohung thront das «Sherlock Holmes» Hotel über dem Dorf. Im Pub «Sherlock Holmes» tränt das Auge, noch bevor man die im Rauch verschwimmende Theke erreicht hat: Meiringens Jugend pafft, dass es die Lungen erbarmt. Und auf der «Sherlock-Holmes-Route» keucht der Wanderer schier in der Falllinie durch Wiesen und Wäldchen von Willigen nach Schwendi. Zudem kreuzt der Pfad so häufig das Fahrsträsschen, dass sich schliesslich auch der Gutwilligste fragt: Warum bin ich nicht gleich gefahren?

Für die Sherlockians freilich, die Sherlock-Holmes-Fans, ist der Pfad ein Muss. Denn diesen Weg nahm am 4. Mai 1891 der genialste Detektiv aller Zeiten, bevor ihn der genialste Verbrecher aller Zeiten, Professor Moriarty, nach einem Ringkampf in die tosende Tiefe der Reichenballfälle stiess.
Die Wegbeschreibung im Sherlock-Krimi «Das letzte Problem» ist so genau, dass man die Fälle noch heute mühelos anhand der Angaben findet. Sie liegen auf halbem Weg zu Rosenlaui, und um sie zu sehen, ist nur ein kleiner Umweg nötig
. Auch wurde der
Fussweg einseitig um den Fall angelegt, sodass er eine vollständige Sicht darauf gewährt; dann endet er plötzlich, und die Touristen müssen wieder dorthin zurück, wo sie heraufkamen...


Die Autorin: Margrit Sprecher, ist Reporterin bei der Weltwoche. Sie lebt in Zürich.

Sherlock Holmes Bueste


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