RealTour:
Burgdorf - Lochbach

Die Entdeckung der Geheimarmee P26 - ein Spaziergang

Textprobe

LiteraTour-Info

Aktualisierungen

Töne

«Wir sind wieder da»

von Urs Paul Engeler

Tag und Nacht habe damals das Licht gebrannt, drüben im Lochbach 4. Aber gekannt hat Doris Fässler, Wirtin im Restaurant «Lochbach» bei Burgdorf, keinen der früheren diskreten Dunkelmänner vom Haus vis-à-vis. Sagt sie heute. «Sie sind gekommen und gegangen.» Gefragt hat sie auch nie und niemanden; schliesslich lebt sie vom Militär, nicht nur von den Ausflüglern und den lustigen Herrenreitern aus dem Städtchen, die eben ihre Pferde an der langen Stange im weiten Hof anbinden. Sie kocht auch das Menu für die Kantine des Armeemotorfahrzeugparks (AMP), etwas weiter unten an der Emme. Wer nichts weiss, kommt nie in Versuchung. Erst «nachdem das alles in den Zeitungen gestanden ist», sei sie sich bewusst geworden, dass ihre schweigsamen Kostgänger die obersten Chefs der illegalen Geheimarmee P-26 waren. Abruptes Ende des Gesprächs: Witwe Fässler schützt ihre Klientel noch heute und muss weiterarbeiten.
Eine grosse alte Landbeiz ist's seit 1637, als der Johannes Dysli, Schulden-Eintreiber («Eynunger»), Trompeter und Burger zu Burgdorf, hier die erste Bäderkonzession erhielt; ein prächtiger Garten, an die zwanzig Tische unter weiten Kastanienbäumen, ein Idyll, eingefasst von zwei langen, leicht verwitterten Flügeln, vor zwei Jahrhunderten noch repräsentative Trakte des wichtigsten und nobelsten Bades im ganzen Emmental mit 21 Badestuben und 63 Wannen, samt Tanzsaal und 30 Hotelzimmern...



Der Autor: Urs Paul Engeler, geboren 1950, ist Bundeshausredaktor der Weltwoche. Er lebt in Bern.

Restaurant Lochbach-Bad


top

Website zum Buch «Mordsspaziergänge»
2001 © Website Regula Späni | © Fotos Willi Brand